La Réunion

Kleines Juwel im Indischen Ozean. Reisebericht von Anja Schläpfer

„Vulkan, Regenwald, Korallenriffe, Traumstrände, Wanderwege, Vanille und Rum. Für mich das Paradies auf Erden.“

La Réunion, ist wie der Name schon sagt, ein französisches Übersee Departement im Indischen Ozean  und liegt zwischen Mauritius und Madagaskar. Geografisch gesehen gehört es zu Afrika, politisch aber zu Frankreich und ist damit Mitglied der EU. Die Insel ist recht klein, ihr Durchmesser misst gerade mal 70 Kilometer.
 

Wir reisten via Paris mit Air France an. Nach der Ankunft am Morgen übernahmen wir unseren Mietwagen. Als ersten Stopp hatten wir die Vanilleplantage „La Vanilleraie“ besucht. Dort konnten wir in einem geführten Rundgang alles über die Herstellung von Vanille erfahren. Es war sehr beeindruckend, da der grösste Teil noch aufwendige Handarbeit ist und es sehr viel Zeit und Geduld erfordert. Danach besorgten wir uns ein Picknick, was übrigens einer der Lieblingsbeschäftigungen der Kreolen ist, und suchten eine Cascade auf. Diese sind überall auf der Insel zerstreut. Cascaden sind kleine oder auch grosse Wasserfälle, welche in einem Süsswasserbecken enden. Diese sind zum Baden und verweilen bestens geeignet.


Nach dieser Abkühlung ging es in den ersten Talkessel Cilaos. Unterwegs machen wir einen kurzen Stopp im Landestypischen Dörfchen Hell-Bourg (zählt zu den schönsten Dörfer Frankreichs). Danach ging es weiter zu unserer ersten Unterkunft. Diese ist zwar sehr ruhig gelegen aber man bekommt die Chance, vom Hauseigentümer selbst bekocht zu werden und mit diesem zu Speisen. Ich habe nachher auf dieser Insel nie wieder so gut gegessen, wie bei Jean-Robert.


Hoteltipp Talkessel Cilaos: Le Jean-Robert (1100 M.ü.M)


Am Morgen wurden wir von einem wunderschönen Sonnenaufgang überrascht. Nach dem Frühstück und einem herzlichen Abschied von Jean-Robert, ging es wieder hinunter Richtung Meereshöhe. Wir besuchten zuerst die aufwendig gestaltete Kirche von St. Anne. Danach stand noch eine weitere Kirche in St. Rose auf dem Programm. Dies war keine normale Kirche. Am 13. April 1977 erwachte der Vulkan zum Leben und das kleine Dörfchen St. Rose wurde vom Lavastrom getroffen. Aber auf wundersame Weise wurde die Kirche verschont. Die Lava umgab die Kirche vollständig aber stoppte ihren Lauf am Eingang der Kirche. Die erstarrte Lavaflut kann man heute noch bestaunen.


Am Nachmittag machten wir eine Wanderung durch den Regenwald Forêt de Bélouve zum Aussichtspunkt Trou de Fer. Es ging vorbei an wuchernden Tamarindenbäumen, über angelegte Holzstege oder auch mal über Wurzeln kletternd bis zum Aussichtspunkt. Von dort sieht man in die Schlucht Trou de Fer mit seinen sechs, teils über mehrere hundert Metern herabstürzenden, Wasserfällen. Wenn man das ganze Ausmass der Schlucht sehen möchte, muss man einen Helikopterflug buchen. Aber das was wir sahen, war schon beeindruckend. Leider spielt auch hier das Wetter nicht immer mit. In der einen Sekunde hatten wir einen atemberaubenden Blick in der anderen steht man vor einer dichten Nebelwand. Da ist schon ein wenig Geduld und Glück gefragt. Übernachtet haben wir danach in Bourg-Muat.


Hoteltipp Ausganspunkt zum Vulkan: Hotel l‘Ecrin (1564 M.ü.M)


Heute hiess es früh aufstehen, denn wir wollten einer der aktivsten Vulkane der Welt besteigen. So fuhren vorbei an grasenden Kühen, durch Wälder und Dörfer bis die Landschaft immer karger wurde und wir über die Baumgrenze gelangten. Oben angekommen, stockte uns der Atem. Vor uns erstrecke sich eine Mondlandschaft, die ihresgleichen sucht. Sie besteht aus rötlichen und schwarzen vulkanischen Schlacken und bietet ein eindrucksvolles Spektakel, sobald die ersten Strahlen der Sonne darauf fallen. In der Ferne lässt sich auch schon der Vulkan erkennen. Und so standen wir bereits um 9 Uhr auf dem Parkplatz Pas de Bellecombe. Von dort aus starteten wir auf dem gut beschilderten Wanderweg. Zuerst mussten wir 560 Treppenstufen hinab auf den Kraterboden steigen (und ja die muss man am Schluss auch wieder hinauf). Ziemlich schnell trifft man anschliessend auf den kleinen Krater Formica Leo, der aber im Vergleich zum eigentlichen Krater winzig ist. Danach ging es weiter. Am besten man folgt immer den weissen Wegpunkten. Man läuft über erkaltete Lava und sieht dabei die unterschiedlichsten Formen und Farben. Oben angekommen, kann man einen Blick in den Hauptkrater Dolomieu werfen und hat aber auch einen Panoramablick in jede Richtung der Insel. Ein einmaliges Erlebnis. Man braucht circa 2,5h pro Strecke und überwindet circa 500 Höhenmeter rauf und dann auch wieder runter. Die gesamte Strecke beträgt circa 11,5 km. Das Ganze liegt auf über 2000 M.ü.M, deshalb würde ich die entsprechende Kleidung nicht vergessen. Es kann kühl und windig werden.


Nach dieser eindrücklichen Erfahrung, fuhren wir alles wieder hinunter bis ans Meer. In St.Pierre gönnten wir uns eine kleine Pause am Strand und ein feines Gelati. Danach ging es wieder 1,5h den Berg hinauf und 400 Kurven später waren wir im Talkessel Cilaos, wo auch unser Hotel war.
 

Hoteltipp Talkessel Cilaos: Hotel Vieux Cep (1200 M.ü.M)


Am nächsten Morgen erkundeten wir den Talkessel Cilaos und machten eine Wanderung zur La Chapelle, einer grossen Schlucht. Der Wanderweg führt durch schöne Wälder und endet in einem Flussbett, wo man über kleine und grosse Steine klettert bis zum Eingang von La Chapelle. Wer in die Schlucht hinein will, muss durch das Wasser laufen und die letzten paar Meter sogar schwimmen.


Danach genossen wir noch die Aussicht über Cilaos vom Aussichtspunkt La Roche Merveilleuse. Anschliessend gönnten wir uns eine kleine Auszeit am Hotelpool. Abends gingen wir in den schönen Dorfkern von Cilaos, der rund um einen See gebaut ist, um ein feines Abendessen zu geniessen. Die typische kreolische Küche trifft man übrigens überall an. Es gibt viele Reisegerichte, Gratins aus Kartoffeln oder Chouchou (ein tropisches Kürbisgewächs), Linsen- oder Bohneneintöpfe und diverse Carri oder Ragout aus Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Das Würzen der Speisen ist meist indisch angehaucht. Zum Dessert kann man sich durch die Vielfalt der tropischen Früchte, welche auf der Insel wachsen, probieren.


Am zweitletzten Tag unserer Reise fuhren wir die 400 Kurven wieder runter zum Meer und besuchten eine Rumbrennerei, die La Saga du Rum. Man unternimmt eine Zeitreise durch die Geschichte der Insel und lernt die Produktion von Rum kennen. Ein sehr informativ gestalteter Rundgang mit Audio Guides auf Deutsch. Am Schluss hat man dann noch die Möglichkeit die verschiedenen Rumsorten/Geschmäcker zu verköstigen. Anschliessend gelangt man in einen toll gestalteten Shop, wo man die vorher probierten Rums erwerben kann. Oder auch andere regionale Produkte die sich toll als Mitbringsel oder Souvenirs eignen. Wir fuhren weiter in den Badeort La Saline les Bains und bezogen unsere Hotelzimmer. Danach genossen wir den Nachmittag am Strand, sonnten uns oder gingen schnorcheln. Das Hotel befindet sich an der Westküste der Insel an der Lagune von Ermitage, die durch das vorgelagerte Korallenriff geschützt ist. Wir hatten einen wunderbaren Sonnenuntergang und der Cocktail an der Strandbar, machte den letzten Abend auf La Réunion perfekt.


Hoteltipp: Badehotel: Le Nautile (auf Meereshöhe)


Am letzten Tag wagten wir uns noch auf den dritten Talkessel. Da der Talkessel Mafate mit dem Auto nicht erreichbar ist, besuchten wir den Aussichtspunkt Maïdo auf 2100 M.ü.M. Der Ausblick in den Cirque de Mafate und über die herrlichen Strände der Westküste ist fantastisch. Auch hier gilt, am besten schon vormittags am Aussichtspunkt sein, da nachmittags Wolken aufziehen und die Aussicht verdeckt. Da der Talkessel nur über Fusswanderwege oder mit einem Hubschrauber erschlossen ist, wurde dies vor langer Zeit zu einer Zufluchtsstätte entlaufener Sklaven, die sich dort dann auch niederliessen.

 

Heute leben die Menschen im Talkessel trotz moderner Kommunikationsmittel immer noch relativ isoliert und ursprünglich in der Natur. Ihre Haupteinnahmequelle besteht aus dem Wandertourismus. Denn für Wanderlustige Touristen gibt es unzählige Wege und authentische Unterkünfte zu entdecken. Bevor wir den Mietwagen wieder abgaben, machten wir noch einen Abstecher nach St. Denis. Dort besuchten wir einen lokalen Lebensmittel Markt, wo es Früchte und Gemüse in den verschiedensten Farben und Formen zu kaufen gab. Beim durchstöbern stiegen einem die unterschiedlichsten und verlockendsten Düfte in die Nase.


Gut zu wissen!


Die Insel ist Vulkanischem Ursprungs und deshalb haben sich drei Talkessel gebildet; Mafate, Salazie und Cilaos. Zwei von drei Talkessel sind über gute Bergstrassen erreichbar. Man muss allerdings ein bisschen Zeit miteinberechnen, da die Wege sich langsam hochschlängeln. Der Talkessel Mafate ist nur zu Fuss über Wanderwege oder per Helikopter erreichbar.


Die Insel hat viele verschiedene Mirkoklimen. Deshalb ist es wichtig, auf jedes Wetter vorbereitet zu sein. Am Strand kann es zum Beispiel strahlende Sonne bei 30 Grad haben und in den Talkesseln regnet es bei 10 Grad. Ein weiteres Naturphänomen ist der Nebel, welcher meist auf die Mittagszeiten in den Höhen und Talkesseln auftaucht. Wer z.B. den Besuch vom Piton de la Fournaise oder den Aussichtspunkt in den Talkessel Mafate plant, sollte lieber früh aufstehen.


Die Insel ist von verschiedensten Kulturen beeinflusst. Die meisten heutigen Kreolen stammen von früheren Einwanderern ab; von europäischen Siedlern, afrikanischen und madagassischen Sklaven, indischen Arbeitern, Chinesen und indischen Moslems. Da kann es schnell passieren, dass man auf einen hinduistischen Tempel trifft und ein paar Meter weiter, eine christliche Kirche steht. Aber so unterschiedlich die Herkunft und Lebensweise auch ist, am Schluss haben doch alle Kreolische Wurzeln. Die Insel ist auch ein wahres Wanderparadies. Es gibt unzählige gut beschilderte und gepflegte Wanderwege über die ganze Insel verteilt.


Diese Insel zu bereisen war eine wundervolle Erfahrung und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit gehabt. Denn es gibt noch vieles mehr zu entdecken! Möchten Sie auch in die exotische Welt von La Réunion eintauchen? Kontaktieren Sie uns, wir planen gerne für Sie Ihre Ferien auf La Réunion! Jetzt!

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Christian Urban

Reiseberater

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